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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI

Cap.1-51

 
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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI
42
DIE GESCHICHTE DES KÖNIGS APOLLONIUS VON TYRUS
42

Tarsia

42 Et ait ad eum Tarsia:

"Est domus in terris, clara quae voce resultat.
Ipsa domus resonat, tacitus sed non sonat hospes.
Ambo tamen currunt, hospes simul et domus una.
Si ergo, ut adseris, rex es in patria tua - nihil enim rege prudentius esse convenit -, solve mihi quaestionem."

Et agitans caput Apollonius ait: "Ut scias me non esse mentitum: domus, quae in terris resonat, unda est; hospes huius domus tacitus piscis est, qui simul cum domo currit."

Admiratur puella hinc in explanatione magna vere regem esse et acrioribus eum quaestionibus pulsat et ait:

"Dulcis amica ripae, semper vicina profundis,
Suave canens Musis, nigro perfusa colore
Nuntia sum linguae digitis signata magistri."

Et ait ad eam Apollonius: "Dulcis amica dei, quae cantus suos mittit ad caelum, canna est, ripae semper vicina, quia iuxta aquas sedes collocatas habet. Haec nigro perfusa colore nuntia est linguae, quod vox per eam transit."

Item ait ad eum puella:

"Longa feror velox, formosae filia silvae,
Innumera pariter comitum stipata caterva.
Curro vias multas, vestigia nulla relinquo."

Item agitans caput Apollonius ait ad eam: "O si liceret mihi longum deponere luctum, ostenderem tibi quae ignoras. Tamen respondeo quaestionibus tuis: miror enim te in tam tenera aetate talem prudentiam habere. Nam longa quae fertur arbor est navis, formosae filia silvae; fertur velox vento pellente, stipata catervis; currit vias multas, sed vestigia nulla relinquit."

Item puella inflammata prudentia quaestionum ait ad eum:

"Per totas aedes innoxius introit ignis:
Circumdat flammis hinc inde vallata, nec uror.
Nuda domus est et nudus ibi convenit hospes."

Ait ad eam Apollonius: "Ego si istum luctum possem deponere, innocens intrarem per istum ignem. Intrarem enim balneum, ubi hinc inde flammae per tubulos surgunt; ubi nuda domus est, quia nihil intus habet praeter sedilia; ubi nudus sine vestibus ingreditur hospes."

Item ait ad eum puella:

"Mucro mihi geminus ferro coniungitur uno.
Cum vento lucto, cum gurgite pugno profundo.
Scrutor aquas medias, imas quoque mordeo terras."

Respondit ei Apollonius: "Quae te sedentem in hac nave continet, ancora est, quae mucrone gemino ferro coniungitur uno; quae cum vento luctatur et cum gurgite profundo; quae aquas medias scrutatur, imas quoque morsu tenens terras."

Item ait ad eum puella:

"Ipsa gravis non sum, lymphae mihi pondus inhaeret.
Viscera tota tument patulis diffusa cavernis.
Intus lympha latet, sed non se sponte profundit."

Respondit ei Apollonius: "Spongia cum sit levis, aqua gravata tumet patulis diffusa cavernis, quae se non sponte profundit."

42. Tarsia sprach folgendermaßen zu ihm:
"Nenne auf Erden das Haus, das mit lautem Getöne emportanzt;
Laut ist das Haus, doch schweigend der Gast in dem Inneren des Hauses.
Beide bewegen sich fort, mit dem Hause (zugleich sein Bewohner).
Wenn du als so, wie du vorgibst, in deinem Land ein König ist - denn nichts sollte klüger als ein König sein -, so löse mir meine Rätsel (und ich werde gehen)." Apollonius bewegte das Haupt und sprach: "Damit du siehst, dass ich nicht gelogen habe, so wisse: das Haus, das auf Erden ertönt, ist das wogende Wasser; der stumme Gast in diesem Haus aber ist der Fisch, der zugleich mit dem Haus sich bewegt." Das Mädchen merkt nun erstaunt an der vollen Lösung, dass er wirklich ein König sein müsse und versucht ihn mit schärferen Fragen und spricht:
"Gottes willkommene Freundin, der Tiefe so gerne benachbart,
Lieblich den Musen ersingen Schoch mit schwärzlicher Farbe bestrichen
Bin ich die Botin des Munds, durch die Finger des Meisters bedeutet."
Apollonius-sprach zu ihr: " Gottes willkommene Freundin, die ihre Weisen den Himmel sendet, ist die Flöte aus Rohr, das immer dem Ufer benachbart ist, weil es nahe dem Wasser seinen Standort hat. Mit schwarzer Farbe bestrichen ist sie die Botin des Mundes, so zu verstehen, weil dieser in ihr sich kundgibt. In gleicher Weise sprach zu ihm das Mädchen:
"Langhihn stürme ich fort als Tochter des herrlichen Waldes,
Und eine zahllose Schar von Genossinnen habe ich um mich,
Eile so mancherlei Wege, doch hinter mir fehlen die Spuren."
Wiederum bewegte Apollonius sein Haupt und sagte zu ihr: "Ach, dürfte ich meine lange Trauer abtun, ich würde dir anderes vorlegen, was du nicht kenntst. Doch will ich dir auf deine Fragen antworten; denn ich wundere mich, dass du in so zartem Alter solchen Klugsinn zeigst. der lange Baum, der dahineilt, ist das Schiff, das Kind des herrlichen Waldes; schnell fährt st einher, vom Wind getriebenen, umspielt von vielen Genossinnen; es Hof 5 mancherlei Wege, doch lässt es hinter sich keine Spuren." Und von neuen sprach zu ihm das Mädchen, angeregt durch die verständige Deutung der Rätselfragen:
"Ohne zu schaden, ergießt um ein ganzes Gebäude sich Feuer,
Mit einem flammigen Walle umgibt es mich, brennt mich jedoch nicht;
Nackt ist das Haus und es zeigt sich auch nackt, wer als Gast in dem Haus ist."
Sprach zu ihr Apollonius: "Könnte ich meine Trauer nur ablegen, ich würde schon, ohne Schaden zu nehmen, durch ein solches Feuer ins Innere gelangen. Denn ich wurde in ein Bad eintreten, wo sich rings Flammen durch Röhren ergießen; nackt ist dort das Haus, weil es ihnen außer den Bänkern sonst nichts hat; und nackt, ohne Kleider, geht der Gast hinein." Weiter sprach zu ihm das Mädchen:
"Doppelte Spitze verbindet an mir einen einendes Eisen,
Trotz muss ich bieten den Winden, muss kämpfen mit tiefem Gestrubel,
Wühle inmitten des Wassers und beiße ins unterste Land ein."
Apollonius antwortete ihr: " Was dich, da du in diesem Schiff sitzt, an der Stelle hält, ist der Anker, der mit seiner doppelten Spitze durch ein verbindendes Eisen zusammengefügt ist; er kämpft mit dem Wind und tieferem Gestrudel; er durchwühlt mitten das Wasser und fasst auch das unterste Land mit seinem Biss." In derselben Weise fuhr die junge Tarsia fort:
"Schwer bin ich selber nicht: doch wohnt mir ein Wassergewicht bei;
Ganz ist mein Innres geschwollen, in klaffenden Höhlen sich weitend.
Drinnen ist Wasser geborgen, doch niemals fließt es von selbst aus."
Apollonius gab ihr zur Antwort: "Während der Schwamm leicht ist, zeigt er sich, wenn er mit Wasser beschwert, in klaffenden Höhlungen angeschwollen, und nicht von selbst fließt er aus."
   
   
   
Text nach der Ausgabe von Gareth Schmeling, Übersetzung nach R.Peters. Bearbeitet v. E.Gottwein
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Aufgabenvorschläge:
 
Sententiae excerptae:w41
Literatur:
4 Funde
3561  Bömer, F.
Tityrus und sein Gott
in: WJb N.F.4,1949/50, 61-70
4108  Peters, Richard
Die Geschichte des Königs Apollonius von Tyrus, der Lieblingsroman des Mittelalters. Eingeleitet und nach der ältesten lateinischen Textform zum erstenmal übersetzt von Richard Peters
Berlin, Leipzig (J.Hegner) o.J. (ca. 1904)
4109  Schmeling, Gareth
Historia Apollonii regis Tyri, edidit G.Schmeling
Leipzig (Teubner) 1988
4110  Weymann, G.
Nodus Virginitatis
in: Rh.Mus.64,1909, S. 156-157
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