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Cicero: De officiis

Cicero: Über die Pflichten

Cic.off.1,15-17

Grundlegung des Sittlich-Guten
 
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Exemplarischer Durchgang durch Ciceros Philosophischen Schriften (inspiriert von der Ausgabe von Oskar Weissenfels)
Cic.Fin.1,1-12 | | Cic.div.2,1-7 | Cic.off.2,1-8 | Cic.off.3,1-4 | Cic.Tusc.1,1-8 | Cic.nat.1,6-12 | Cic.Tusc.5,1-11 | Cic.Tusc.2,11-12 | Cic.Tusc.3,1-6 | Cic.off.1,11-14 | Cic.Tusc.1,57-65 | Cic.rep.1,1-12 | Cic.off.1,69,2-73 | Cic.off.1,74-78 | Cic.off.1,15-17 | Cic.off.1,18-19 | Cic.off.1,20-41 | Cic.off.1,62-69,1 | Cic.off.1,84,3-92 | Cic.off.1,93-96 | Cic.off.3,19-32 | Cic.off.3,11-19 | Cic.off.3,35-39 | Cic.Tusc.3,22-25 | Cic.Tusc.4,38-46 | Cic.Tusc.2,42-49 | Cic.Tusc.2,51-67 | Cic.Tusc.5,73-79 | Cic.Tusc.5,15-17 | Cic.Tusc.5,68-72 | Cic.Tusc.3,32-38 | Cic.Tusc.3,52-60 | Cic.Tusc.5,37-48 | Cic.Tusc.5,80-82 | Cic.Tusc.5,54-67 | Cic.Tusc.5,97-118 | Cic.fin.1,29-36 | Cic.fin.1,37-42 | Cic.fin.1,42-46 | Cic.fin.1,47-49 | Cic.fin.1,50-54 | Cic.fin.1,55-64 | Cic.fin.1,65-72 | Cic.Tusc.5,26-28 |
Einzelstücke: Cic.Tusc.1,9-25 | Cic.fin.1,29-33 | Cic.Fin.5,9-11 |
 

Cicero: De officiis

Cic.off.1,15-17

 

Cicero: Über die Pflichten

Cic.off.1,15-17

15,1
[Cic.off.1,15,1] Formam quidem ipsam, Marce fili, et tamquam faciem honesti vides, quae si oculis cerneretur, mirabiles amores, ut ait Plato, excitaret sapientiae.Du siehst hiermit, mein Sohn Markus, das eigentliche Urbild und gleichsam das Antlitz des Sittlich-Guten; könnte es auch unserem Auge sichtbar werden, würde es, wie Platon meint, die wunderbarste Liebe zur Weisheit in uns entfachen.
anmerk.
15.2
[Cic.off.1,15,2] Sed omne, quod est honestum, id quattuor partium oritur ex aliqua:Alles aber, was sittlich gut ist, entspringt aus einem der vier folgenden Teile:
anmerk.
15,3
[Cic.off.1,15,3] Aut enim in perspicientia veri sollertiaque versatur aut in hominum societate tuenda tribuendoque suum cuique et rerum contractarum fide aut in animi excelsi atque invicti magnitudine ac robore aut in omnium, quae fiunt quaeque dicuntur, ordine et modo, in quo inest modestia et temperantia.Es liegt nämlich entweder in der Fähigkeit und Fertigkeit, die Wahrheit zu erkennen; oder im Schutz der menschlichen Gesellschaft, in der Bereitschaft, jedem zu geben, was ihm zusteht und Treue und Glauben im Verkehr mit anderen zu beachten; oder es liegt in der Erhabenheit, Größe und unbesiegbaren Stärke des Geistes; oder in dem Sinn für Maß und Ordnung bei allem, was man tut und spricht, wohin die Tugenden der Mäßigung und der Selbstbeherrschung gehören.
anmerk.
15,4
[Cic.off.1,15,4] Quae quattuor quamquam inter se colligata atque implicata sunt, tamen ex singulis certa officiorum genera nascuntur, velut ex ea parte, quae prima discripta est, in qua sapientiam et prudentiam ponimus, inest indagatio atque inventio veri, eiusque virtutis hoc munus est proprium.Zwar sind die vier Stücke innig und unauflösbar ineinander verschlungen, dennoch aber ergeben sich aus jedem einzelnen gewisse bestimmte Gattungen des pflichtgemäßen Handelns. Aus demjenigen zum Beispiel, das in unserer Einteilung die erste Stelle hat, und das die Tugend der Weisheit und Klugheit in sich begreift, ergibt sich die Pflicht der Untersuchung und Erforschung der Wahrheit, und gerade hierin liegt die eigentümliche Aufgabe dieser Tugend.
anmerk.
16,1
[Cic.off.1,16,1] Ut enim quisque maxime perspicit, quid in re quaque verissimum sit quique acutissime et celerrime potest et videre et explicare rationem, is prudentissimus et sapientissimus rite haberi solet.Denn mit Recht schreiben wir Weisheit und Klugheit denen in höchstem Grade zu, die mit Leichtigkeit das eigentlich Wahre an jeder Sache zu erkennen und deren Verhältnisse mit Scharfsinn und Schnelligkeit zu entdecken und zu entwickeln im Stande sind.
anmerk.
16,2
[Cic.off.1,16,2] Quocirca huic quasi materia, quam tractet et in qua versetur, subiecta est veritas.Der Stoff also, um mich so auszudrücken, den diese Tugend behandelt und bearbeitet, ist die Wahrheit.
anmerk.
17,1
[Cic.off.1,17,1] Reliquis autem tribus virtutibus necessitates propositae sunt ad eas res parandas tuendasque, quibus actio vitae continetur, ut et societas hominum coniunctioque servetur et animi excellentia magnitudoque cum in augendis opibus utilitatibusque et sibi et suis comparandis, tum multo magis in his ipsis despiciendis eluceat.Die Aufgabe der drei übrigen Tugenden aber ist, gewisse Bedürfnisse zu befriedigen und zu sichern, die das praktische Leben bestimmen. Die eine soll die Gesellschaft und Verbindung der Menschen untereinander erhalten; aber der Adel und die Größe des Geistes soll nicht nur leuchten, um unseren Wohlstand zu mehren und um Vorteile für uns selbst und die unsrigen zu erzielen, sondern noch viel mehr in der Geringchätzung eben dieser Dinge.
anmerk.
17,2
[Cic.off.1,17,2] Ordo autem et constantia et moderatio et ea, quae sunt his similia, versantur in eo genere, ad quod est adhibenda actio quaedam, non solum mentis agitatio.Aber Ordnung, Beständigkeit, Mäßigung und andere ganz ähnliche Tugenden gehören zu der Gruppe, bei der nicht bloß geistige Tätigkeit, sondern auch ein gewisses äußeres Handeln notwendig ist.
anmerk.
17,3
[Cic.off.1,17,3] Iis enim rebus, quae tractantur in vita, modum quendam et ordinem adhibentes honestatem et decus conservabimus.Nur dann, wenn wir bei allen Geschäften des Lebens Ordnung und Maß beachten, wird es uns gelingen, stets der Sittlichkeit und Würde des Menschen gemäß zu handeln.
anmerk.
     
Aufgabenvorschläge:
  1. Das Sittlich-Gute liegt in menschlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, also in seiner anthropologischen Grundausstattung, begründet.
    Stellen Sie tabellarisch zusammen, welcher Veranlagung welcher Sittlichkeitsbereich und welche Tugend im einzelnen entspricht.
  2. Wo ist die Trennungslinie zwischen individueller und sozialer Tugend einerseits und praktischer und theoretischer Tugend auf der anderen Seite zu ziehen? Belegen Sie Ihre Entscheidung am Text!
  3. Die necessitates, die Bedürfnisse des praktischen Lebens werden von Cicero nicht im einzelnen ausgeführt. Versuchen Sie, einen hierarchisch gegliederten Katalog menschlicher Bedürfnisse (Bedürfnispyramide nach Art von Maslow) zusammenzustellen.
  4. Wie ist das Zusammenspiel von Bedürfnisbefriedigung (die auf Wachstum abzielt) und Mäßigung ("Grenzen des Wachstums") zu verstehen?
  5. Der Begriff der "Tugend" ist durch seine lange philosophische Tradition stark belastet und etwas außer Gebrauch gekommen. Benennen Sie mit Ihren Worten persönlichen Fähigkeiten (Ich-Stärken), die Sie sich für das Gelingen Ihres Lebens wünschen würden (z.B. Durchsetzungsvermögen, Erfindungsreichtum etc.), und überlegen Sie ob und wo Ihre Wunschvorstellung in Ciceros Ausführungen ansatzweise enthalten sein könnte!
Übersetzung von G.G. Uebelen, bearbeitet von Egon Gottwein
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Sententiae excerptae:
w43
2028 aegritudo ut taetra et inmanis belua fugienda
  den Kummer muss man wie ein hässliches, abscheuliches Ungeheuer fliehen
  Cic.Tusc.4,45,1
1275 Aliquis vir bonus nobis diligendus est ac semper ante oculos habendus.
  Einen guten Mann müssen wir wertschätzen und immer vor Augen haben.
  Sen.epist.11,8
1341 Ama rationem! Huius te amor contra durissima armabit.
  Liebe die Vernunft! Die Liebe zu ihr wird dir die Waffen gegen gegen das schlimmste Leid geben.
  Sen.epist.74,21
1344 Amica rerum humanarum cum benevolentia est concordia.
  Freundin der menschlichen Verhältnisse ist Eintracht verbunden mit Wohlwollen.
  Ps.Sen.mor.
1562 Apertior res est sapere, immo simplicior.
  Die Weisheit ist etwas ziemlich Klares und Einfaches.
  Sen.epist.106,12.
2035 Appellata est enim ex viro virtus.
  "Virtus" kommt nämlich von "vir" (Mann).
  Cic.Tusc.2,43,3
1382 Beatum dicamus hominem eum, cui nullum bonum malumque sit nisi bonus malusque animus.
  Glücklich lass uns den nennen, dem außer einem guten und schlechten Charakter nichts gut und schlecht ist.
  Sen.dial.7,4,2
1400 Bona conscientia prodire vult et conspici: ipsas nequitia tenebras timet.
  Ein reines Gewissen will sich der Öffentlichkeit zeigen. Nichtswürdigkeit fürchtet sogar schon die Dunkelheit.
  Sen.epist.97,12
1403 Bono nulla cuiusquam boni invidia est.
  Der Gute neidet kein Gut.
  Sen.epist.65,10
1408 Bonus vir est, qui eo usque perduxit affectum animi, ut non iam peccare non velit, sed etiam non possit.
  Ein guter Mann ist, wer seine Emotionalität soweit entwickelt hat, dass er sich nicht nur nicht mehr verfehlen will, sondern es nicht mehr kann.
  Ps.Sen.mor.
1410 Calamitas virtutis occasio est.
  Ein Unglück ist Gelegenheit zur Tugend.
  Sen.dial.1,4,6
60 cedant arma togae, concedat laurea laudi!
  Es mögen die Waffen der Toga weichen, der Lorbeer dem Lob !
  Cic.off.1,77
2037 Contemno magnitudinem doloris, a qua me brevitas temporis vindicabit ante paene, quam venerit (Epikur).
  Ich verachte die Heftigkeit des Schmerzes, von der mich die Kürze der Zeit erretten wird, beinahe noch bevor er gekommen ist.
  Cic.Tusc.2,44,3
1582 Di immortales nullam didicere virtutem: cum omni editi et pars naturae eorum est bonos esse.
  Die unsterblichen Götter haben keine Tugend erlernt, (sondern) sind mit jeder geboren und gut zu sein ist ein Teil ihrer Natur.
  Sen.epist.95,36
1330 Dis inmortalibus solis et virtus et beata vita contigit, nobis umbra quaedam illorum bonorum et similitudo; accedimus ad illa, non pervenimus.
  Den unsterblichen Göttern ist allein Tugend und glückliches Leben zuteil geworden, uns nur ein Abbild und ein Schatten von jenen Gütern: wir nähern uns ihnen, aber wir erreichen sie nicht.
  Sen.epist.92,26
1584 Eadem aut turpia sunt aut honesta: refert, quare aut quemadmodum fiant.
  Die selbe Sache ist bald schimpflich, bald ehrenvoll; es kommt darauf an, weshalb und wie sie geschieht.
  Sen.epist.95,43
2026 est enim ira ulciscendi libido
  Zorn ist Lust, sich zu rächen
  Cic.Tusc.4,44,1
2015 Fecundius nequiora proveniunt
  Das Unkraut wuchert stets reicher
  Min.Fel.9,1
1316 Hoc adversus virtutem possunt calamitates et damna et iniuriae, quod adversus solem potest nebula.
  Gegen die Tugend vermögen Unglücksfälle, Verluste, Misshandlungen ebenso viel, wie ein Nebel gegen die Sonne.
  Sen.epist.92,18
1291 Id unum bonum est, quod numquam defringitur.
  Das ist allein gut, was nie Abbruch erleidet.
  Sen.epist.92,2
2029 Impunitas peccatorum data videtur eis, qui ignominiam et infamiam ferunt sine dolore; morderi est melius conscientia.
  Die scheinen für ihre Verfehlungen straffrei zu bleiben, die unter Schmach und Entehrung nicht leiden. Besser sind Gewissensbisse.
  Cic.Tusc.4,45,2
2033 in eadem re utilitas et turpitudo esse non potest
  In derselben Sache können sich Nutzen und Unsittlichkeit unmöglich nebeneinander finden.
  Cic.off.2,35
1289 In hoc uno positam est beata vita, ut in nobis ratio perfecta sit.
  Das glückselige Leben hängt einzig davon ab, ob die Vernunft in uns vollkommen ist.
  Sen.epist.92,2
1651 Incorrupta fides nudaque veritas.
  Unbestechliche Treue und unverfälschte Wahrheit.
  Hor.c.1,24,7
1655 Integer vitae scelerisque purus, | non eget Mauris iaculis neque arcu, | nec venenatis gravida sagittis, | Fusce, pharetra.
  Wer von Lastern frei und von Frevel rein lebt, | Der bedarf nicht maurischer Speer und Bogen, | Noch des schweren Köchers von giftgetränkten | Pfeilen, o Fuscus!
  Hor.c.1,22,1-4
2031 intellegendum, ubi turpitudo sit, ibi utilitatem esse non posse.
  Man muss begreifen, dass da, wo Unsittlichkeit ist, Nutzen nicht sein kann.
  Cic,off.2,35
2025 iracundiam cotem fortitudinis esse dicunt
  Zorn sei der Schleifstein der Tapferkeit, sagen sie
  Cic.Tusc.4,43,2
1292 Is est beatus, quem nulla res minorem facit; tenet summa, et ne ulli quidem nisi sibi innixus.
  Der allein ist glücklich, den nichts kleiner macht; er behauptet die höchste Stellung, auf nichts gestützt als auf sich selbst.
  Sen.epist.92,2
1561 Latrunculis ludimus. In supervacuis subtilitas teritur: non faciunt bonos ista sed doctos.
  Wir spielen mit Steinchen; wir verwenden viel Scharfsinn auf ganz unnötige Dinge. Dergleichen macht nicht tugendhaft, sondern höchstens gelehrt.
  Sen.epist.106,11
118 Multae insidiae sunt bonis.
  Für den Guten gibt es viele Fallen.
  Cic.Sest.102
278 Necessitati parendum est.
  Der Notwendigkeit muss man sich fügen (gehorchen).
  Cic.off.2,74
1310 Non est miser vir bonus, quamvis omnibus prematur incommodis.
  Der rechtschaffener Mann ist nicht unglücklich, auch wenn alles Ungemach ihn drückt.
  Sen.epist.92,16
1321 Non potest sapiens ex beato in miserum decidere.
  Der Weise kann nicht aus dem Glück ins Unglück versinken.
  Sen.epist.92,23
1583 Non promittet se talem in perpetuum, qui bonus casu est.
  Wer (nur) durch Zufall gut ist, lässt nicht erwarten, dass er es für immer ist.
  Sen.epist.95,39
701 Non turpis est cicatrix, quam virtus parit.
  Nicht schändlich ist die Wunde, die die Tugend schlug. (Nicht schimpflich ist die Narbe, die Mut hinterlässt. Die Narbe ehrt, die Tapferkeit hat eingebracht.)
  Publil.Syr.N12
1328 Non video, quomodo non in imum agatur e fastigio suo deiecta virtus.
  Ich sehe nicht, wie die Tugend, nicht in die unterste Tiefe versinken sollte, sobald sie einmal von ihrem Gipfel gestürzt ist.
  Sen.epist.92,26
1581 Omnia praeter virtutem mutat nomen, modo mala fiunt, modo bona.
  Alles außer der Tugend wechselt den Namen und wird bald ein Übel, bald ein Gut.
  Sen.epist.95,35
2023 Omninoque, quae crescentia perniciosa sunt, eadem sunt vitiosa nascentia.
  Grundsätzlich ist, was in seinem Wachstum verderblich ist, auch in seiner Entstehung fehlerhaft.
  Cic.Tusc.3,41,3
1087 Omnis virtus mediocritas.
  Die ganze Tugend (alles Richtige) beruht auf dem mittleren Weg. (Mittelweg ein sicherer Steg.)
  vulgo
1563 Paucis satis est ad mentem bonam uti litteris.
  Zu tugendhafter Gesinnung braucht man nicht viel Wissenschaft.
  Sen.epist.106,12.
2030 perturbationibus sapiens semper vacabit
  Von Leidenschaften wird der Weise immer frei sein
  Cic.fin.3,35,7
1303 Prima pars hominis est ipsa virtus; huic committitur inutilis caro et fluida.
  Der erste Teil des Menschen ist die Tugend selbst; an sie knüpft sich ein unnützes, liederliches Fleisch.
  Sen.epist.92,10 (Poseidonios)
802 Pro dominis peccare etiam virtutis loco est.
  Für seinen Herrn zu fehlen, hat einer Tugend Rang.
  Publil.Syr.P37
1293 Qui aliquo auxilio sustinetur potest cadere.
  Wer mit fremder Hilfe sich emporhält, kann fallen.
  Sen.epist.92,2
2024 qui vitiis modum apponit, is partem suscipit vitiorum
  Wer Fehlern ein Maß setzt, ergreift Partei für die Fehler
  Cic.Tusc.4,42,4
1320 Quibus potentia non est in peiorem transferendi statum, ne interpellandi quidem optimum.
  Was nicht in eine schlechte Lebensform versetzen kann, kann auch nicht die beste unterbrechen.
  Sen.epist.92,20
858 Quicquid fit cum virtute, fit cum gloria.
  Was tugendhaft geschieht, geschieht auch ehrenvoll.
  Publil.Syr.Q38
1317 Quid foedius, quid indignius quam comparari veneranda contemptis?
  Was gibt es Hässlicheres und Unwürdigeres, als Ehrwürdiges mit Verächtlichem zusammenzustellen?
  Sen.epist.92,19
1319 Quid tam absurdum quam sapientis vitam adpetendam non esse?
  Was könnte ungereimter sein, als dass die Lebensweise eines Weisen nicht wünschenswert sei?
  Sen.epist.92,20
1294 Quis se prudens ob aliena miratur?
  Welcher vernünftige Mensch bewundert sich wegen etwas, das nicht sein ist?
  Sen.epist.92,2
1290 Ratio sola non summittit animum, stat contra fortunam.
  Die Vernunft allein lässt die Seele sich nicht beugen und hält Stand gegen das Schicksal.
  Sen.epist.92,2
2032 recta enim et convenientia et constantia natura desiderat aspernaturque contraria.
  Denn die Natur will nur das Gute, das Schöne und das Wahre, und verwirft das Gegenteil.
  Cic.off.2,35
1323 Rectius vivat oportet, ut beatius vivat: si rectius non potest, ne beatius quidem.
  Um glücklicher zu leben, lebe man besser! Kann man dies nicht, so lebt man auch nicht glücklicher.
  Sen.epist.92,24
2038 saepe enim videmus fractos pudore, qui ratione nulla vincerentur.
  Denn oft sehen wir durch Scham überwältigt, wer durch keinen Vernunftgrund besiegt werden konnte.
  Cic.Tusc.2,48,3
272 Semita certe | tranquillae per virtutem patet unica vitae.
  Allein die Tugend eröffnet einen Weg zu einem ruhigen Leben.
  Iuv.10,363f.
1575 Simplex enim illa et aperta virtus in obscuram et sollertem scientiam versa est docemurque disputare, non vivere.
  Jene einfache und unverstellte Tugend ist in eine dunkle und spitzfindige Wissenschaft verkehrt worden und man lehrt uns diskutieren, nicht leben.
  Sen.epist.95,13.
2034 Sitne igitur malum dolere necne, Stoici viderint.
  Ob der Schmerz ein Übel ist oder nicht, mögen die Stoiker zusehen.
  Cic.Tusc.2,42,3
223 Sunt enim... virtutibus vitia confinia
  Denn das Laster grenzt an die Tugend
  Sen.ep.120,8 (cf.Hier.adv.Lucif.15)
1318 Veneranda enim sunt iustitia, pietas, fides, fortitudo, prudentia.
  Ehrwürdig sind Treue, Gerechtigkeit, Dankbarkeit, Mut, Klugheit.
  Sen.epist.92,19
222 Vicina sunt vitia virtutibus
  Das Laster ist der Tugend benachbart,
  Hier.adv.Lucif.15 (cf.Sen.ep.120,8 )
2036 Viri autem propria maxime est fortitudo, cuius munera duo sunt maxima, mortis dolorisque contemptio.
  Die Haupteigenschaft des Mannes aber ist die Tapferkeit, die beide Hauptrichtungen in sich begreift: Verachtung des Todes und Verachtung des Schmerzes.
  Cic.Tusc.2,43,4
1322 Virtus ad beatam vitam per se ipsa satis est.
  Die Tugend ist zu einem glückseligen Leben für sich hinreichend.
  Sen.epist.92,23
1329 Virtus aut vincatur oportet aut vincat.
  Entweder wird die Tugend besiegt oder sie ist Siegerin.
  Sen.epist.92,26
1324 Virtus tantum bonum est, ut non sentiat brevitatem aevi et dolorem et corporum varias offensiones.
  Die Tugend ist ein so großes Gut, dass sie Kürze des Lebens, Schmerz und die mancherlei Anfeindungen des Körpers nicht wahrnimmt.
  Sen.epist.92,24
1326 Virtus, in quantulo libet tempore, bona aeterna consummat.
  Auch in der kleinsten Lebensfrist bringt die Tugend ihre ewigen Güter zustande.
  Sen.epist.92,25
991 Virtuti amorem nemo honeste denegat.
  Die Ehre weigert Tugend nicht die Zuneigung. (Ein Ehrenmann erweist der Tugend Zuneigung.)
  Publil.Syr.V24
1327 Vitiis nostris nomen virtutis inponimus.
  Wir belegen unsere Mängel mit dem Namen der Tugend.
  Sen.epist.92,25
1304 Voluptas dissolvit et omne robur emollit .
  Die Sinnenlust zerstört und lähmt alle Kraft .
  Sen.epist.92,10
1325 Voluptas non est digna, ad quam respiciat.
  Sinnenlust ist nicht wert, (von der Tugend) berücksichtigt zu werden.
  Sen.epist.92,24
Literatur:

20 Funde
683  Büchner, K.
Cicero. Bestand und Wandel seiner geistigen Welt
Heidelberg (Winter) 1964
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4587  Cicero, M.T. / E. Bernert
Ciceros Philosophische Schriften, Band II: De officiis, hgg. v. Ernst Bernert, Textauswahl und Kommentar.
Münster, Aschendorff 1956 u.ö.
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4582  Cicero, M.T. / G.G.Uebelen
Drei Bücher über die Pflichten, übers. v. G.G. Uebelen
Stuttgart (Metzler) 1834
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4586  Cicero, M.T. / Garve, Christian
Abhandlung über die menschlichen Pflichten in drey Büchern aus dem Lateinischen des Marcus Tullius Cicero übersetzt von Christian Garve. ( Von den menschlichen Pflichten. 1. bis 3. Buch. Philosophische Anmerkungen und Abhandlungen zu Cicero's Büchern von den Pflichten)
Breslau Korn 4,1792
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4588  Cicero, M.T. / J.K.Schönberger
De officiis, ausgewählt und erläutert v. J.K.Schönberger
Bamberg, Wiesbaden, Bayerische Verlagsanstalt, 2,1965
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4583  Cicero, M.T. / K.Atzert
Marcus Tullius Cicero: De officiis, Text (Auswahl) und Kommentar
Heidelberg (Quelle und Meyer) 1955
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4584  Cicero, M.T. / O. Weissenfels
Auswahl aus Ciceros Philosophischen Schriften, hgg. v. Oskar Weissenfels. 3. Aufl. besorgt v. Paul Wessner
Leipzig, Berlin (Teubner) 1910
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475  Dyck, A.R.
Cicero, De officiis 2,21-22
in: Philol.124/1980,201
abe  |  zvab  |  look
480  Feger, R.
Zu einer De officiis-Übersetzung von 1488
in: Gymn 62/1955,374
abe  |  zvab  |  look
496  Gelzer, M.
Cicero. Ein biographischer Versuch
Wiebaden (Steiner) 1969
abe  |  zvab  |  look
500  Giebel, M.
Cicero
Reinbek (rm 261) 1989
abe  |  zvab  |  look
501  Gigon, O.
Bemerkungen zu Ciceros De officiis. Poseidonios-Cicero-Laktanz
in: Die antike Philosophie, Zürich 1977
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508  Glücklich, H.-J.
Ciceros "De officiis" im Unterricht
in: AU XXI 2/1978,20
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530  Hiltbrunner, O. .."
De officiis ministrorum" des Hl.Ambrosius und.. ciceron.Vorbild
in: Gymn 71/1964
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4590  Ioannes ab Arnim (Hg.)
Stoicorum veterum fragmenta, collegit Ioannes ab Arnim. Volumen III: Chrysippi fragmenta moralia, fragmenta succcessorum Chrysippi
Stuttgart, Teubner1979
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544  Klingner, F.
Cicero
in: Röm.Geisteswelt, München 1965
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4589  Long, A.A. / Sedley, D.N.
Die hellenistischen Philosophen, Texte und Kommentare (nur deutsch), übers. v. Karlheinz Hülser
Stuttgart, Weimar (J.B.Metzler) 2000 (Cambridge 1987)
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593  Plasberg, O.
Cicero in seinen Werken und Briefen
Darmstadt (WBG) 1962
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638  Seel, O.
Cicero. Wort, Staat, Welt
Stuttgart (Klett) 1967
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4585  Süss, Wilhelm
Cicero. Eine Einführung in seine philosophischen Schriften (mit Ausschluss der staatsphilosophischen Werke)
Wiesbaden (Franz Steiner) 1966
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