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Gaius Iulius Caesar

De bello Gallico 

(7,76-7,90)

 

Die allgemeine Erhebung Galliens unter der Führung des Vercingetorix im Jahr 52 v.Chr.

 V.) 63-90: Alesia b) 76-90: Die drei Niederlagen der Gallier und ihre Kapitulation

Deutsche Übersetzung bearbeitet nach Baumstark

1 Funde
3148  Baumstark, A.
Des Gaius Iulius Caesar Denkw├╝rdigkeiten des Gallischen und des B├╝rgerkriegs, ├╝bersetzt von A. Baumstark
Stuttgart (Metzler) 1854
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überblick über den Fortgang der Kämpfe im Jahr 52 v.Chr.
├╝berblick ├╝ber den Fortgang der K├Ąmpfe im Jahr 52 v.Chr. - Caes.Gall.7,14-7,90 (nach: G. Veith, Beilage 14)
Caes.Gall.7,14-7,90 (nach: G. Veith, Beilage 14)

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Gallien

 

(7,76,1) Huius opera Commii, ut antea demonstravimus, fideli atque utili superioribus annis erat usus in Britannia Caesar; quibus ille pro meritis civitatem eius immunem esse iusserat, iura legesque reddiderat atque ipsi Morinos attribuerat. (7,76,2) tanta tamen universae Galliae consensio fuit libertatis vindicandae et pristinae belli laudis recuperandae, ut neque beneficiis neque amicitiae memoria moverentur omnesque et animo et opibus in id bellum incumberent. (7,76,3) coactis equitum milibus VIII et peditum circiter CCL haec in Haeduorum finibus recensebantur, numerusque inibatur, praefecti constituebantur. (7,76,4) Commio Atrebati, Viridomaro et Eporedorigi Haeduis, Vercassivellauno Arverno consobrino Vercingetorigis summa imperii traditur. his delecti ex civitatibus attribuuntur, quorum consilio bellum administraretur. (7,76,5) omnes alacres et fiduciae pleni ad Alesiam proficiscuntur, (7,76,6) neque erat omnium quisquam, qui adspectum modo tantae multitudinis sustineri posse arbitraretur, praesertim ancipiti proelio, cum ex oppido eruptione pugnaretur, foris tantae copiae equitatus peditatusque cernerentur.
(76,1) Cäsar hatte, wie oben bemerkt, an diesem Commius bei seinen früheren Feldzügen in Britannien einen treuen und nützlichen Freund gehabt. Zum Dank dafür hatte der Feldherr dessen Vaterland (die Atrebaten) von Abgaben befreit, ihm seine Gesetze und Verfassung wiedergegeben und dem Commius selbst überdies noch die Herrschaft über die Moriner erteilt. (2) Allein in ganz Gallien herrschte damals eine so große Übereinstimmung in dem Bestreben, die Freiheit zu verteidigen und den früheren Kriegsruhm wiederzugewinnen, dass man weder an erhaltene Wohltaten noch an Freundschaft dachte; jeder widmete sich mit ganzer Seele und aller Macht diesem Krieg. (3) Man brachte achttausend Reiter und etwa zweimal hundertundfünfzigtausend Mann Fußvolk auf, hielt im Land der H├Ąduer Musterung und Zählung und ernannte die Obersten. (4) Den Oberbefehl übertrug man dem Atrebaten Commius, den H├Ąduern Viridomarus und Eporedorix sowie dem Arverner Vercassivellaunus, einem Schwestersohn des Vercingetorix. Als Ratgeber in der Kriegsführung gab man ihnen noch andere Männer bei, die man aus den einzelnen Staaten wählte. (5) Alle aber brachen in freudiger Erregung und voll Zuversicht nach Alesia auf; (6) denn keiner glaubte, dass man auch nur den Anblick einer so großen Menschenmasse ertragen könne, besonders bei einem doppelten Angriff, wenn aus der Feste ein Angriff erfolge und zugleich so ungeheuere Streitkräfte an Reitern und Fußvolk sich von außen zeigten.
(7,77,1) At ii, qui Alesiae obsidebantur, praeterita die qua auxilia suorum exspectaverant, consumpto omni frumento, inscii quid in Haeduis gereretur, concilio coacto de exitu suarum fortunarum consultabant (7,77,2) ac variis dictis sententiis quarum pars deditionem, pars, dum vires suppeterent, eruptionem censebat, non praetereunda videtur oratio Critognati propter eius singularem ac nefariam crudelitatem. (7,77,3) hic summo in Arvernis ortus loco et magnae habitus auctoritatis 'nihil' inquit 'de eorum sententia dicturus sum, qui turpissimam servitutem deditionis nomine appellant, neque hos habendos civium loco neque ad concilium adhibendos censeo. (7,77,4) cum his mihi res sit, qui eruptionem probant. quorum in consilio omnium vestrum consensu pristinae residere virtutis memoria videtur, (7,77,5) animi est ista mollitia, non virtus, paulisper inopiam ferre non posse. qui se ultro morti offerant, facilius reperiuntur, quam qui dolorem patienter ferant. (7,77,6) atque ego hanc sententiam probarem ÔÇĹ tantum apud me dignitas potest ÔÇĹ , si nullam praeterquam vitae nostrae iacturam fieri viderem; (7,77,7) sed in consilio capiendo omnem Galliam respiciamus, quam ad nostrum auxilium concitavimus: (7,77,8) quid hominum milibus LXXX uno loco interfectis propinquis consanguineisque nostris animi fore existimatis, si paene in ipsis cadaveribus proelio decertare cogentur? (7,77,9) nolite hos vestro auxilio exspoliare, qui vestrae salutis causa suum periculum neglexerunt, nec stultitia ac temeritate vestra aut animi imbecillitate omnem Galliam prosternere et perpetuae servituti addicere. (7,77,10) an quod ad diem non venerunt, de eorum fide constantiaque dubitatis? quid ergo? Romanos in illis ulterioribus munitionibus animine causa cotidie exerceri putatis? (7,77,11) si illorum nuntiis confirmari non potestis omni aditu praesaepto, his utimini testibus adpropinquare eorum adventum, cuius rei timore exterriti diem noctemque in opere versantur. (7,77,12) quid ergo mei consilii est? facere quod nostri maiores nequaquam pari bello Cimbrorum Teutonumque fecerunt: qui in oppida compulsi ac simili inopia subacti eorum corporibus, qui aetate ad bellum inutiles videbantur, vitam toleraverunt neque se hostibus tradiderunt. (7,77,13) cuius rei si exemplum non haberemus, tamen libertatis causa institui et posteris prodi pulcherrimum iudicarem. (7,77,14) nam quid illi simile bello fuit? depopulata Gallia Cimbri magnaque inlata calamitate finibus quidem nostris aliquando excesserunt atque alias terras petierunt; iura, leges, agros, libertatem nobis reliquerunt. (7,77,15) Romani vero quid petunt aliud aut quid volunt, nisi invidia adducti, quos fama nobiles potentesque bello cognoverunt, horum in agris civitatibusque considere atque his aeternam iniungere servitutem? neque enim umquam alia condicione bella gesserunt. (7,77,16) quodsi ea, quae in longinquis nationibus geruntur, ignoratis, respicite finitimam Galliam, quae in provinciam redacta, iure et legibus commutatis, securibus subiecta perpetua premitur servitute.'
(77,1) Die Belagerten in Alesia hatten, da der Tag, an dem die erwarteten Hilfsvölker hätten kommen sollen, vorüber war und sie jetzt ohne weitere Lebensmittel nicht wussten, was bei den H├Ąduern vorbereitet wurde, eine allgemeine Versammlung einberufen, in der sie sich über den Ausgang ihrer Lage berieten. (2) Die Meinungen waren verschieden; die einen stimmten für Übergabe, die anderen dafür, dass man sich, weil die Kräfte noch reichten, durchschlage. Bemerkenswert ist wegen ihrer ganz einzigartigen und ruchlosen Gefühllosigkeit die Rede des Critognatus. (3) Er war ein hochadeliger Arverner von größtem Ansehen. Er sagte: "Ich will mich nicht zu der Meinung derjenigen äußern, die die schimpflichste Sklaverei mit dem Wort Übergabe bezeichnen; denn ich halte sie nicht für Bürger und für unwürdig, dieser Versammlung beizuwohnen. (4) Mit denen setze ich mich auseinander, die für einen Durchbruch stimmen. Denn - und dem werdet ihr alle zustimmen - dieser Rat beruht auf dem Andenken an unseren früheren Ruhm. (5) Unmännlicher Sinn ist es, keine Tapferkeit, den Mangel auch nicht eine Weile ertragen zu können. Leichter wird man jemanden finden können, der freiwillig in den Tod geht als solche, die den Schmerz mit Ausdauer ertragen. (6) Ich würde jedoch dieser Meinung beitreten, da bei mir Würde der Person viel gilt, wenn es sich jetzt bloß um unser Leben handelte. (7) Aber wir müssen bei unserer Beratung ganz Gallien berücksichtigen, das wir zu unserer Unterstützung in Bewegung gesetzt haben. (8) Wenn achtzigtausend Menschen an einer Stelle gefallen sind, wie, glaubt ihr, wird es unseren Angehörigen und Blutsverwandten zu Mute sein, da sie fast auf unseren Leichnamen werden kämpfen müssen? (9) Diese Leute, die euch zu Liebe die eigenen Gefahr nicht scheuen, dürft ihr euerer Hilfe nimmermehr berauben; ihr dürft nimmermehr ganz Gallien durch euere Torheit, Unbedachtsamkeit oder gar Verzagtheit niederschmettern und in ewige Sklaverei stürzen. (10) Zweifelt ihr etwa schon deshalb, weil unsere Freunde nicht zur bestimmten Stunde eintrafen, an ihrer Treue und Zuverlässigkeit? Was denkt ihr? Glaubt ihr, dass die Römer bloß zur Kurzweil täglich an jenen äußeren Festungswerken arbeiten? (11) Wenn euch auch euere Freunde durch keinen Boten, denen nun jeder Zugang unmöglich ist, aufrichten können, so mögen die Römer selbst euch Zeugen sein, dass das Entsatzheer nahe ist; denn bloß deshalb arbeiten diese Tag und Nacht voller Furcht. (12) Wozu rate ich also? Zu tun, was unsere Väter in dem doch unbedeutenderen Krieg mit den Kimbern und Teutonen taten: In ihre Festungen eingeschlossen und von ähnlichem Mangel bedrängt fristeten sie ihr Leben mit den Körpern derer, die die ihres Alters wegen zum Krieg untauglich schienen; nie dachten sie an Unterwerfung. (13) Hätten wir jedoch dieses Muster nicht vor uns, so müsste es dennoch nach meiner Meinung unser ruhmvollstes Bestreben sein, der Freiheit zu Liebe als Spiegel für die Nachwelt zuerst solch ein Beispiel zu geben. (14) Denn was hatte jener Krieg Ähnliches mit unserer Lage? Die Kimbern verheerten zwar Gallien und verursachten großes Elend, aber sie verließen es doch wenigstens wieder einmal und zogen in andere Länder. Unsere Gesetze, Verfassungen, Ländereien samt all unserer Freiheit blieben uns. (15) Die Römer hingegen - was wollen sie denn anderes, als von Neid getrieben in den Ländereien und Staaten desjenigen Volkes festen Fuß fassen und dem Volk für immer das Joch ihrer Sklaverei auferlegen, das sie durch Ruhm und seine Waffen mächtig gefunden haben?  Alle ihre Kriege haben immer den selben Zweck gehabt. (16) Denn wenn euch auch unbekannt ist, was bei entfernten Nationen bei ihnen geschieht, so blickt doch nur auf den benachbarten Teil unseres Vaterlandes, der bereits römische Provinz ist, andere Gesetze und eine andere Verfassung hat und vom Beil des römischen Liktors bedroht in ewiger Knechtschaft seufzt."
(7,78,1) Sententiis dictis constituunt, ut ii, qui valetudine aut aetate inutiles sint bello, oppido excedant atque omnia prius experiantur, quam ad Critognati sententiam descendant; (7,78,2) illo tamen potius utendum consilio, si res cogat atque auxilia morentur, quam aut deditionis aut pacis subeundam condicionem. (7,78,3) Mandubii, qui eos oppido receperant, cum liberis atque uxoribus exire coguntur. (7,78,4) hi cum ad munitiones Romanorum accessissent, flentes omnibus precibus orabant, ut se in servitutem receptos cibo iuvarent. (7,78,5) at Caesar dispositis in vallo custodiis recipi prohibebat.
(78,1) Bei der Abstimmung wurde beschlossen, dass alle die für den Krieg zu schwach oder zu alt seien, die Stadt verlassen sollten, und dass man zuerst alle Möglichkeiten erproben müsse, bevor man zum Vorschlag des Critognatus greife.  (2) Übrigens sollte man allerdings eher seinem Rat folgen als sich auf eine Übergabe oder einen Friedensschluss einzulassen, wenn man wirklich durch das weitere Ausbleiben des Entsatzheeres zum äußersten gezwungen werde. (3) Nun verjagten sie selbst die Mandubier, die das Heer in ihre Festung aufgenommen hatten, mit Weib und Kind aus ihrer eigenen Stadt. (4) Als diese bei den Festungswerken der Römer angekommen waren, baten sie weinend und jammernd, sie als Sklaven aufzunehmen und mit  Nahrung zu versorgen. (5) Cäsar aber ließ den Wall bewachen und untersagte ihre Aufnahme.
(7,79,1) Interea Commius reliquique duces, quibus summa imperii permissa erat, cum omnibus copiis ad Alesiam perveniunt et colle exteriore occupato non longius mille passibus a nostris munitionibus considunt. (7,79,2) postero die equitatu ex castris educto omnem eam planitiem, quam in longitudinem milia passuum III patere demonstravimus, complent pedestresque copias paulum ab eo loco abditas in locis superioribus constituunt. (7,79,3) erat ex oppido Alesia despectus in campum. concurritur his auxiliis visis; fit gratulatio inter eos atque omnium animi ad laetitiam excitantur. (7,79,4) itaque productis copiis ante oppidum considunt et proximam fossam cratibus integunt atque aggere explent seque ad eruptionem atque omnes casus comparant.
(79,1) Mittlerweile erschienen Commius und die übrigen Anführer, die den Oberbefehl hatten, mit all ihren Streitkräften vor Alesia, besetzten einen der äußersten Hügel und standen etwa tausend Schritt von Cäsars Befestigungswerken. (2) Tags darauf rückten sie mit ihrer Reiterei aus dem Lager auf die Ebene, die, wie gesagt, eine Ausdehnung von drei Meilen hatte. Das Fußvolk stellten sie etwas davon entfernt auf den Anhöhen auf. (3) Da man von Alesia aus auf die Ebene herabsehen konnte, strömte man, als man die Hilfstruppen gewahr wurde, zusammen, man beglückwünschte sich gegenseitig und brach allenthalben in Jubel aus. (4) Deshalb rückte man aus, bezog vor der Festung Stellung, bedeckte den nächsten Graben mit Faschinen und füllte ihn aus; kurz, man bereitete sich auf einen Ausfall und etwas Entscheidendes vor.
(7,80,1) Caesar omni exercitu ad utramque partem munitionis disposito, ut, si usus veniat, suum quisque locum teneat et noverit, equitatum ex castris educi et proelium committi iubet. (7,80,2) erat ex omnibus castris, quae summum undique iugum tenebant, despectus atque omnes milites intentis animis proventum pugnae exspectabant. (7,80,3) Galli inter equites raros sagittarios expeditosque levis armaturae interiecerant, qui suis cedentibus auxilio succurrerent et nostrorum equitum impetus sustinerent. ab his complures de improviso vulnerati proelio excedebant. (7,80,4) cum suos pugna superiores esse Galli confiderent et nostros multitudine premi viderent, ex omnibus partibus et ii, qui munitionibus continebantur, et ii, qui ad auxilium convenerant, clamore et ululatu suorum animos confirmabant. (7,80,5) quod in conspectu omnium res gerebatur neque recte aut turpiter factum celari poterat, utrosque et laudis cupiditas et timor ignominiae ad virtutem excitabat. (7,80,6) cum a meridie prope ad solis occasum dubia victoria pugnaretur, Germani una in parte confertis turmis in hostes impetum fecerunt eosque propulerunt; (7,80,7) quibus in fugam coniectis sagittarii circumventi interfectique sunt. (7,80,8) item ex reliquis partibus nostri cedentes usque ad castra insecuti sui colligendi facultatem non dederunt. (7,80,9) at ii, qui ab Alesia processerant, maesti prope victoria desperata se in oppidum receperunt.
(80,1) Cäsar stellte sein gesamtes Fußvolk an beiden Linien seiner Verschanzung auf, damit jeder für den Notfall seinen Ort habe und kenne; die Reiterei ließ er aus dem Lager ziehen und ein Treffen beginnen. (2) Von allen Punkten des Lagers, das den Gipfel der Anhöhe ganz einnahm, konnte man auf die Ebene hinabsehen; das gesamte Fußvolk wartete also in der größten Spannung auf den Ausgang des Reitertreffens. (3) Die Gallier hatten zwischen ihre Reiter einzelne Bogenschützen und leichtbewaffnete Fußsoldaten gestellt, um ihre Reiterei, falls sie weichen sollte, zu unterstützen und die heftig nachdrängenden römischen Reiter aufzuhalten. Einige Römer mussten auch wirklich alsbald das Treffen verlassen, weil sie von diesen unvermutet verwundet wurden. (4) Als die Gallier den Sieg ihrer Leute schon vollkommen glaubten und sahen, dass ihnen die Römer zahlenmäßig unterlegen waren, erhoben alle, um ihre Leute noch mehr zu ermutigen, ein brüllendes Geschrei, sowohl diejenigen, die zwischen der Stadt und Cäsars Linien standen als auch das angekommene Entsatzheer. (5) Das Gefecht wurde vor aller Augen geführt, und keine rühmliche oder schimpfliche Tat konnte verborgen bleiben. Ruhmgier und Furcht vor Schande trieb also Römer und Gallier zur Tapferkeit. (6) so blieb der Sieg von Mittag bis fast gegen Abend unentschieden. Dann aber machten Cäsars Germanen auf der einen Seite mit geballter Macht einen Angriff und schlugen den Feind, der die Flucht ergriff. (7) Danach wurden auch die Bogenschützen eingeholt und niedergemacht. (8) Ebenso verfolgten die Römer auch von den übrigen Punkten die Fliehenden bis vor ihr Lager und nahmen ihnen die Möglichkeit sich zu sammeln. (9) Diejenigen, die vor die Festung herausgerückt waren, zogen sich tief betrübt und fast ohne jede Hoffnung auf Sieg wieder in die Mauern zurück.
(7,81,1) Uno die intermisso Galli atque hoc spatio magno cratium scalarum harpagonum numero effecto media nocte silentio ex castris egressi ad campestres munitiones accedunt. (7,81,2) subito clamore sublato, qua significatione, qui in oppido obsidebantur, de suo adventu cognoscere possent, crates proicere, fundis sagittis lapidibus nostros de vallo proturbare reliquaque, quae ad oppugnationem pertinent, parant administrare. (7,81,3) eodem tempore clamore exaudito dat tuba signum suis Vercingetorix atque ex oppido educit. nostri, (7,81,4) ut superioribus diebus suus cuique erat locus attributus, ad munitiones accedunt; fundis librilibus sudibusque, quas in opere disposuerant, ac glandibus Gallos proterunt. (7,81,5) prospectu tenebris adempto multa utrimque vulnera accipiuntur. complura tormentis tela coniciuntur. (7,81,6) at M. Antonius et C. Trebonius legati, quibus hae partes ad defendendum obvenerant, qua ex parte nostros premi intellexerant, his auxilio ex ulterioribus castellis deductos submittebant.
(81,1) Am übernächsten Tag ging das gallische Entsatzheer, das sich indessen eine Menge Faschinen, Leitern und Mauerhaken gemacht hatte, um Mitternacht still aus seinem Lager und näherte sich Cäsars Linie in der Ebene. (2) Plötzlich erhoben sie nun ein Geschrei, um den in der Festung belagerten Galliern ihr Erscheinen anzuzeigen, warfen die Faschinen auf die Gräben und suchten mit Schleudern, Steinen und Pfeilen die Römer vom Wall herabzudrängen; kurzum, sie begannen mit den Vorbereitungen zu einer regelrechten Bestürmung. (3) Zur selben Zeit führte Vercingetorix, kurz nachdem das Geschrei zu hören war, seine Leute auf ein Trompetensignal hin aus seiner Festung. (4) Die Römer begaben sich nun, wie in den letzten Tagen, jeder an den Punkt der Verschanzungslinie, der ihm angewiesen war. Mit Schleudern, großen Steinen, Sturmpfählen, die man schon vorher überall auf den Schanzen bereit gelegt hatte, und mit Bleikugeln (Eicheln) setzten sie die Gallier in Schrecken. (5) Weil die Finsternis den Blick in die Umgebung unmöglich machte, hatte man auf beiden Seiten viele Verwundete; auch das grobe Geschütz kam zum Einsatz. (6) Doch die Legaten Marcus Antonius und Gaius Trebonius schickten aus den entfernteren Schanzen, deren Verteidigung ihnen oblag, jeweils dorthin Hilfe, wo man besonders im Gedränge war.
(7,82,1) Dum longius a munitione aberant Galli, plus multitudine telorum proficiebant; posteaquam propius successerunt, aut se ipsi stimulis inopinantes induebant aut in scrobes delati transfodiebantur aut ex vallo ac turribus traiecti pilis muralibus interibant, (7,82,2) multis undique vulneribus acceptis nulla munitione perrupta, cum lux appeteret, veriti, ne ab latere aperto ex superioribus castris eruptione circumvenirentur, se ad suos receperunt. (7,82,3) at interiores dum ea, quae a Vercingetorige ad eruptionem  praeparata sunt, proferunt, (7,82,4) priores fossam explent, diutius in his rebus administrandis morati prius suos discessisse cognoverunt quam munitionibus adpropinquarent. ita re infecta in oppidum reverterunt.
(82,1) Solange die Gallier des Entsatzheeres etwas weiter von Cäsars Linien entfernt waren, befanden sie sich durch die Menge ihrer Geschosse im Vorteil. nachdem sie aber näher gekommen waren, traten sie ganz unversehens in die Fußangeln, fielen in die Gruben und verwundeten sich schwer oder verloren dadurch ihr Leben, dass sie vom römischen Wall und den Türmen von Mauerwurfgeschossen getroffen wurden. (2) So hatten sie viele Verwundete und dennoch bei Tagesanbruch die Linie an keinem Punkt durchbrochen. Deshalb zogen sie sich aus Furcht, Cäsar könne aus seinen gegen die Stadt hin höher liegenden Verschanzungen ausbrechen und sie in ihrer offenen Flanke umringen, zurück. (3) Indessen war die von Vercingetorix zu einem Ausfall vorbereitete Besatzung von Alesia vorwärts gerückt (4) und waren damit beschäftigt, den für sie nächsten römischen Graben auszufüllen. Indem sie sich jedoch dabei lange verweilte, bemerkte sie, noch bevor man die römischen Schanzen erreichte, den Rückzug des Entsatzheeres. Also zog sie sich unverrichteter Dinge in die Festung zurück.
(7,83,1) Bis magno cum detrimento repulsi Galli, quid agant, consulunt; locorum peritos adhibent; ex his superiorum castrorum situs munitionesque cognoscunt. (7,83,2) erat a septentrionibus collis, quem propter magnitudinem circuitus opere circumplecti non potuerant nostri, necessarioque paene iniquo loco et leviter declivi castra fecerant. (7,83,3) haec C. Antistius Reginus et C. Caninius Rebilus legati cum duabus legionibus obtinebant. (7,83,4) cognitis per exploratores regionibus duces hostium LX milia ex omni numero deligunt earum civitatum, quae maximam virtutis opinionem habebant; (7,83,5) quid quoque pacto agi placeat, occulte inter se constituunt; adeundi tempus definiunt, cum meridie esse videatur. (7,83,6) his copiis Vercassivellaunum Arvernum, unum ex quattuor ducibus, propinquum Vercingetorigis, praeficiunt. (7,83,7)  ille ex castris prima vigilia egressus prope confecto sub lucem itinere post montem se occultavit militesque  ex nocturno labore sese reficere iussit. (7,83,8) cum iam meridies adpropinquare videretur, ad ea castra, quae supra demonstravimus, contendit; eodemque tempore equitatus ad campestres munitiones accedere et reliquae copiae pro castris sese ostendere coeperunt.
(83,1) Nachdem die Gallier auf diese Weise zweimal mit großem Verlust zurückgeschlagen waren, berieten sie, was ferner zu tun sei, und wendeten sich dabei an Leute, die die Örtlichkeit genau kannten, um von ihnen die Lage und Befestigung des [gegen die Stadt hin] höher gelegenen römischen Lagers zu erfahren. (2) Auf der Nordseite war ein Hügel, den Cäsar des großen Umfangs wegen nicht ganz hatte in die Linie aufnehmen können, so dass man notgedrungen das Lager an einem sanft abfallenden Punkt, der deshalb schon ziemlich unvorteilhaft war, aufschlug. (3) Die Mannschaft bestand dort aus zwei Legionen  mit den Legaten Gaius Antistius Refinus und Gaius Caninius Rebilus an der Spitze. (4) Die feindlichen Anführer waren davon durch Kundschafter unterrichtet worden. Sie wählten nun aus der Menge ihrer gesamten Streitkräfte sechzigtausend Mann von den Völkerschaften, die den größten Ruhm der Tapferkeit besaßen. (5) Heimlich bestimmten sie dann das Ziel und die Art ihres Unternehmens: der Angriff sollte gegen Mittag erfolgen; (6) den Oberbefehl erhielt der Arverner Vercassivellaunus, ein Verwandter des Vercingetorix, einer von den vier Oberfeldherrn. (7) Um die erste Nachtwache brach dieser aus seinem Standort auf, legte den Weg bis Tagesanbruch so ziemlich zurück, hielt sich hinter dem Hügel verborgen und gestattete seinen Leuten, sich von der nächtlichen Anstrengung zu erholen. (8) Aber um die Mittagszeit rückte er gegen den eben beschriebenen Punkt der römischen Verschanzungen an, während zugleich die gallische Reiterei sich der römischen Linie auf der Ebene näherte und das übrige Ersatzheer vor seinem Lager erschien.
(7,84,1) Vercingetorix ex arce Alesiae suos conspicatus ex oppido egreditur; a castris longurios, musculos, falces reliquaque, quae eruptionis causa paraverat, profert. (7,84,2) pugnatur uno tempore omnibus locis atque omnia temptantur; quae minime visa pars firma est, huc concurritur. (7,84,3) Romanorum manus tantis munitionibus distinetur nec facile pluribus locis occurrit. (7,84,4) multum ad terrendos nostros valet clamor, qui post tergum pugnantibus exstitit, quod suum periculum in aliena vident virtute constare; (7,84,5) omnia enim plerumque, quae absunt, vehementius hominum mentes perturbant.
(84,1) Kaum bemerkte dies Vercingetorix auf dem höchsten Punkt in Alesia, als er die Festung verließ und die Faschinen, die langen Balken, Schutzdächer, Mauersicheln und alles andere, was er zum Ausfall hatte vorbereiten lassen, mit sich nahm. (2) Man focht auf allen Seiten zu gleicher Zeit und bot alles auf, indem die Gallier immer dort angriffen, wo sie Schwäche bemerkten. (3) Denn die große Ausdehnung der Linien zog die römischen Streitkräfte auseinander, so dass sie nur mit Mühe an mehreren Punkten Widerstand leisten konnten. (4) Auch setzte sie besonders das Geschrei in Schrecken, das während des Kampfes hinter ihnen entstand, weil sie sahen, dass ihr eigenes Wohl und Wehe auf fremder Tapferkeit beruhte. (5) Das Entfernte wirkt nämlich meist mit heftigerer Störung auf das menschliche Herz.
(7,85,1) Caesar idoneum locum nactus, quid quaque in parte geratur, cognoscit; laborantibus submittit. (7,85,2) utrisque ad animum occurrit unum esse illud tempus, quo maxime contendi conveniat: (7,85,3) Galli nisi perfregerint munitiones, de omni salute desperant; Romani, si rem obtinuerint, finem laborum omnium exspectant. (7,85,4) maxime ad superiores munitiones laboratur, quo Vercassivellaunum missum demonstravimus. iniquum loci ad declivitatem fastigium magnum habet momentum. (7,85,5) alii tela coniciunt, alii testudine facta subeunt; defatigatis invicem integri succedunt. (7,85,6) agger ab universis in munitionem coniectus et ascensum dat Gallis et ea, quae in terra occultaverant Romani, contegit; nec iam arma nostris nec vires suppetunt.
(85,1) Cäsar, der an einem geeigneten Ort stand, um das Ganze zu überschauen, schickte den Bedrängten Hilfe. (2) Beide Teile waren überzeugt, dass der Augenblick der Entscheidung da sei. (3) Die Gallier hielten sich für verloren, wenn sie die römischen Linien nicht durchbrächen; die Römer erwarteten von diesem Sieg das Ende all ihrer Mühen. (4) Am schlechtesten stand es bei der höheren Verschanzung, wo Vercassivellaunus angegriffen hatte. Die ganz unbedeutende Abschüssigkeit jenes Punktes war jetzt dennoch von großem Einfluss auf den Kampf. (5) Denn die Feinde, bei denen stets frische Kräfte die Ermüdeten ablösten, beschossen die Römer und rückten in festgeschlossenen Haufen gegen sie vor. (6) Ebenso brachten sie alle zusammen Schutt an die römischen Linie, der ihnen den Weg hinüber bahnte und alles bedeckte, was die Römer in die Erde gegraben hatten. Schon mangelte es unseren Leuten an Waffen und Kräften.
(7,86,1) His rebus cognitis Caesar Labienum cum cohortibus sex subsidio laborantibus mittit; (7,86,2) imperat, si sustinere non possit, deductis cohortibus eruptione pugnet; (7,86,3) id nisi necessario ne faciat. ipse adit reliquos, cohortatur ne labori succumbant; omnium superiorum dimicationum fructum in eo die atque hora docet consistere. (7,86,4) interiores desperatis campestribus locis propter magnitudinem munitionum loca praerupta ex ascensu temptant; (7,86,5) huc ea, quae paraverant, conferunt. multitudine telorum ex turribus propugnantes deturbant, aggere et cratibus fossas explent, falcibus vallum ac loricam rescindunt.
(86,1) Als Cäsar dies wahrnahm, schickte er Labienus mit sechs Kohorten zur Unterstützung dorthin. (2) Er gab ihm den Befehl, wenn er sich nicht halten könne, die Kohorten zu nehmen und einen Ausbruch zu machen. (3) Doch solle er dies nur im höchsten Notfall tun. Die übrigen Scharen besucht Cäsar selbst und ermahnt sie, mutig auszuhalten, denn von diesem Tag und dieser Stunde hänge die Frucht aller bisherigen Gefechte ab. (4) Die Gallier aus der Festung verzweifelten inzwischen an einem glücklichen Erfolg bei den allzu ausgedehnten Verschanzungen in der Ebene und unternahmen einen Versuch gegen die abschüssigen Punkte. (5) Dorthin schafften sie ihre Zurüstung und vertrieben mit der Menge ihrer Geschosse die Verteidiger von den Türmen. Dann füllten sie die Gräben mit Erde und Faschinen aus, machten sich so den Zugang möglich und rissen bereits mit Sicheln den Wall und die Brustwehren nieder.
(7,87,1) Mittit primum Brutum adulescentem cum cohortibus Caesar, post cum aliis C. Fabium legatum; postremo ipse, cum vehementius pugnaretur, integros subsidio adducit. (7,87,2) restituto proelio ac repulsis hostibus eo, quo Labienum miserat, contendit; cohortes IV ex proximo castello deducit, equitum partem se sequi, partem circumire exteriores munitiones et a tergo hostes adoriri iubet. (7,87,3) Labienus, postquam neque aggeres neque fossae vim hostium sustinere poterant, coactis undecim cohortibus, quas ex proximis praesidiis deductas fors obtulit, Caesarem per nuntios facit certiorem, quid faciendum existimet. accelerat Caesar, ut proelio intersit.
(87,1) Cäsar schickte zuerst den jungen Brutus mit sechs Kohorten, später auch den Legaten Gaius Fabius mit weiteren sieben Kohorten. Als aber der Kampf immer heftiger wurde, kam er selbst mit seiner ungeschwächten Mannschaft zu Hilfe. (2) Er stellte das Treffen wieder her, die Feinde zogen sich zurück. Er selbst eilte dann dorthin, wohin er früher den Labienus geschickt hatte, und zwar mit vier Kohorten, die er von der nächsten Verschanzung an sich zog, während der eine Teil der Reiterei ebenfalls folgte, der andere aber um die äußeren Schanzen herumreiten und dem Fein in den Rücken fallen sollte. (3) Als endlich weder Wälle noch Gräben den Sturm der Feinde weiter aufhalten konnten, vereinigte Labienus vierzig Kohorten, wie sie ihm gerade der Zufall aus den nächsten Posten darbot, und meldete Cäsar, was er zu tun vorhabe. Dieser eilte daher, um selbst bei dem Treffen dabei zu sein.
(7,88,1) Eius adventu ex colore vestitus cognito, quo insigni in proeliis uti consuerat, turmisque equitum et cohortibus visis, quas se sequi iusserat, ut de locis superioribus haec declivia et devexa cernebantur, hostes proelium committunt. (7,88,2) utrimque clamore sublato excipit rursus ex vallo atque omnibus munitionibus clamor. nostri omissis pilis gladiis rem gerunt. (7,88,3) repente post tergum equitatus cernitur; cohortes aliae adpropinquant. hostes terga vertunt; fugientibus equites occurrunt. fit magna caedes. (7,88,4) Sedullus dux et princeps Lemovicum occiditur; Vercassivellaunus Arvernus vivus in fuga comprehenditur; signa militaria LXXIIII ad Caesarem referuntur; pauci ex tanto numero incolumes se in castra recipiunt. (7,88,5) conspicati ex oppido caedem et fugam suorum desperata salute copias a munitionibus reducunt. (7,88,6) fit protinus hac re audita ex  castris Gallorum fuga. quodnisi crebris subsidiis ac totius diei labore milites essent defessi, omnes hostium copiae deleri potuissent. (7,88,7) de media nocte missus equitatus novissimum agmen consequitur; magnus numerus capitur atque interficitur, reliqui ex fuga in civitates discedunt.
(88,1) Sobald man ihn an der Farbe des Kleides erkannte, das er in den Schlachten zu tragen pflegte, und sobald man die ihm folgenden Reiterhaufen und Kohorten erblickte, wie man denn von jenen höher gelegenen Punkten das in der Senkung und Niederung sehen konnte, begannen die Feinde den Kampf. (2) Auf beiden Seiten erhob sich ein Geschrei und alsbald folgte vom Wall und von allen Verschanzungen weiteres Geschrei. Die Römer griffen, ohne ihre Wurfspeere einzusetzen, zum Schwert. (3) Plötzlich erscheint im Rücken des Feindes Cäsars Reiterei; noch andere Kohorten nähern sich; der Fein wendet; den Fliehenden wirft sich die Reiterei in den Weg; überall herrscht Morden. (4) Sedulius, das Haupt und der Anführer der Lemoviker kommt um; der Arverner Vercassivellaunus wird auf der Flucht ergriffen; vierundsiebzig feindliche Fahnen werden zu Cäsar gebracht; nur wenige aus der ganzen Masse retten sich ins Lager. (5) Als die in der Festung das Blutbad und die Flucht erblicken, ziehen sie die Truppen von den römischen Linien zurück; so große Verzweiflung herrscht. (6) Im Lager des gallischen Entsatzheeres hatte man dies kaum vernommen, als urplötzlich Flucht entstand. Man hätte die feindlichen Scharen ganz vernichten können, wären nicht Cäsars Leute durch die ununterbrochenen Hilfeleistungen und den Kampf des ganzen Tages so sehr erschöpft gewesen. (7) Um Mitternacht jedoch setzt die römische Reiterei der Nachhut nach: Viele werden gefangen, viele getötet; die übrigen verlieren sich flüchtig in die Heimat.
(7,89,1) Postero die Vercingetorix concilio convocato id bellum suscepisse se non suarum necessitatum, (7,89,2) sed communis libertatis causa demonstrat, et, quoniam sit Fortunae cedendum, ad utramque rem se illis offerre, seu morte sua Romanis satisfacere seu vivum tradere velint. (7,89,3) mittuntur de his rebus ad Caesarem legati. iubet arma tradi, principes produci. (7,89,4) ipse in munitione pro castris consedit; eo duces producuntur. Vercingetorix deditur, arma proiciuntur. (7,89,5) reservatis Haeduis atque Arvernis, si per eos civitates recuperare posset, ex reliquis captivis toti exercitui capita singula praedae nomine distribuit.
(89,1) Am folgenden Tag erklärte Vercingetorix in einer allgemeinen Versammlung, er habe den Krieg nicht seines Vorteils wegen unternommen, (2) sondern aus Liebe zur allgemeinen Freiheit. Weil man sich dem Schicksal fügen müsse, so biete er sich ihnen zu beidem dar, je nach dem, ob sie durch seine Hinrichtung oder seine Auslieferung die Römer gewinnen wollten. (3) Als man hierauf Gesandte ins römische Lager schickte, verlangte Cäsar die Auslieferung der Waffen und die Vorführung der Häuptlinge. (4) Als er dann innerhalb der Linie vor dem Lager seinen Platz bezog, führte man ihm dort die Befehlshaber vor, lieferte die Waffen aus und übergab Vercingetorix. (5) Die H├Ąduer und Arverner sparte er in der Hoffnung aus, durch sie die übrigen Staaten wieder zu gewinnen. Aus der Zahl der übrigen Kriegsgefangenen verteilte er an jeden Soldaten seines Heeres einen Mann als Beute.
(7,90,1) His rebus confectis in Haeduos proficiscitur; civitatem recipit. (7,90,2) eo legati ab Arvernis missi: quae imperaret, se facturos pollicentur. imperat magnum numerum obsidum. (7,90,3) legiones in hiberna mittit. captivorum circiter XX milia Haeduis Arvernisque reddit. (7,90,4) T. Labienum cum duabus legionibus et equitatu in Sequanos proficisci iubet; huic M. Sempronium Rutilum attribuit. (7,90,5) C. Fabium legatum et L. Minucium Basilum cum legionibus duabus in Remis conlocat, ne quam a finitimis Bellovacis calamitatem accipiant. (7,90,6) C. Antistium Reginum in Ambivaretos, T. Sextium in Bituriges, C. Caninium Rebilum in Rutenos cum singulis legionibus mittit. (7,90,7) Q. Tullium Ciceronem et P. Sulpicium Cavilloni et Matiscone in Haeduis ad Ararim rei frumentariae causa conlocat. ipse Bibracte hiemare constituit. (7,90,8) huius anni rebus cognitis Romae dierum viginti supplicatio redditur.
(90,1) Hierauf zog er ins Land der H├Ąduer, das er wieder in Besitz nahm. (2) Dort erschienen Arverner und versprachen Gehorsam. Er verlangte viele Geiseln. (3) Seine Legionen schickte er ins Winterlager. Den H├Ąduern und Arvernern gab er die Kriegsgefangenen ihres Stammes zurück, zwanzigtausend an der Zahl. (4) Titus Labienus ließ er mit zwei Legionen und der Reiterei in das Land der Sequaner ziehen und gab ihm den Marcus Sempronius Rutilus mit. (5) Gaius Fabius und Lucius Minucius Basilus  legt er mit zwei Legionen in das Gebiet der Remer, um sie gegen Beschädigung der benachbarten Bellovacer zu schützen. (6) Gaius Antistius Reginus zog mit einer Legion zu den Ambilareten, ebenso Titus Sextius zu den Biturigen und Gaius Caninius Rebilus zu den Rutenern. (7) Quintus Tullius Cicero und Publius Sulpicius legt er, um das Getreidewesen zu besorgen, nach Cavillo und Matisco im Gebiet der H├Ąduer an die Saône. Er selbst beschloss, den Winter in Bibracte zu verleben. (8) Auf Cäsars Berichte über diese Ereignisse wurde in Rom ein Dankfest von zwanzig Tagen gefeiert.
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Sententiae excerptae:
w37
Literatur:

3 Funde
3138  Fr├Âhlich, Franz
Historische Beitr├Ąge zur Caesar-Litteratur : I. Die julischen Ackergesetze vom Jahre 59 v. Chr. mit einleitenden Bemerkungen ├╝ber Caesars-Propraetics u. d. Triumvirat; II. Vercingetorix als Staatsmann u. Feldherr.
Z├╝rich, Z├╝rcher u. Furrer, 1876
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3136  Goudineau, Christian
Caesar und Vercingetorix
Mainz, von Zabern, 2/2003
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3137  St├Âver, Hans Dieter
Caesar und der Gallier
M├╝nchen, dtv, 3/2003
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