Lateinische Übungstexte zu Caesar mit einer wörtlichen deutschen Übersetzung und Anmerkungen. 


Besonders zur Vorbereitung auf das Latinum
 


(Caes.Gall.1,40)

 

Caes.Gall.1,40

Caesar spricht zu den in Panik geratenen Offizieren und Centurionen:

Haec cum animadvertisset, convocato consilio omniumque ordinum ad id consilium adhibitis centurionibus vehementer eos incusavit: Si Germani furore atque amentia impulsi bellum intulissent, quid vererentur? Aut cur de sua virtute aut de ipsius diligentia desperarent? Factum eius hostis periculum patrum nostrorum memoria, cum Cimbris et Teutonis a Gaio Mario pulsis non minorem laudem exercitus quam ipse imperator meritus esse videretur; factum etiam nuper in Italia servili tumultu, quos tamen aliquid usus ac disciplina, quam a nobis accepissent, sublevarent. Ex quo iudicari posse, quantum haberet in se boni constantia, propterea quod, quos aliquamdiu inermes sine causa timuissent, hos postea armatos ac victores superavissent. Denique hos esse eosdem Germanos, quibuscum saepenumero Helvetii congressi non solum in suis, sed etiam in illorum finibus plerumque superavissent, qui tamen pares esse nostro exercitui non potuerint. 
Qui suum timorem in rei frumentariae subvectionem angustiasque itineris conferrent, facere arroganter, cum aut de officio imperatoris desperare viderentur aut praescribere auderent. Haec sibi esse curae; frumentum socios subministrare, iamque esse in agris frumenta matura; de ininere ipsos brevi tempore iudicaturos. Quod non fore dicto audientes milites neque signa laturi dicantur, nihil se ea re commoveri: se scire enim, quibuscumque exercitus dicto audiens non fuerit, aut fortunam defuisse aut avaritiam esse convictam; suam innocentiam perpetua vita, felicitatem Helvetiorum bello esse perspectam.
Als er dies(e Panik) bemerkt hatte, berief er eine Versammlung ein, zog die Zenturionen aller Dienstgrade zu dieser Versammlung hinzu und machte ihnen heftig(e) Vorwürfe (w. machte er, nachdem er eine Versammlung einberufen und die Zenturionen ... hinzugezogen hatte, ihnen ...): Wenn die Germanen, durch Raserei und Tollheit getrieben, den Krieg begonnen hätten, was fürchteten sie? Oder warum verzweifelten sie an ihrer Tüchtigkeit oder an seiner (eigenen) Umsicht? Man habe sich mit diesem Feind zur Zeit unserer Väter gemessen, als, nachdem die Kimbern und Teutonen von G.Marius geschlagen worden seien, das Heer sich offenbar nicht geringeres Lob als der Feldherr selbst verdient habe; man habe sich auch neulich (mit diesem Feind) in Italien gemessen beim Aufstand der Sklaven, die dennoch Erfahrung und Schulung, die sie von uns übernommen hätten, einigermaßen unterstützten; daraus könne beurteilt werden, wieviel Gutes Beharrlichkeit in sich (an sich) habe, deshalb, weil sie diese, die sie eine Zeitlang unbewaffnet grundlos gefürchtet hätten, später, (obwohl) bewaffnet und siegreich, besiegt hätten. Schließlich seien diese dieselben Germanen, mit denen die Helvetier oft gekämpft und die sie nicht nur in ihrem eigenen Gebiet, sondern auch im Gebiet jener meist besiegt hätten, (die Helvetier), die es dennoch nicht vermocht hätten, unserem Heer gewachsen zu sein.
(Diejenigen), die ihre Furcht auf die Zufuhr des Getreides und die Enge des Weges schöben, handelten anmaßend, da sie entweder am Pflichtgefühl des Feldherrn zu verzweifeln schienen oder (ihm) Vorschriften zu machen wagten. Diese Dinge (dieses Verhalten) machten (mache) ihm Sorge; die Bundesgenossen lieferten das Getreide, und auf den Feldern sei das Getreide schon reif; über den Weg würden sie in Kürze selbst urteilen. Wenn (aber) gesagt werde, dass die Soldaten nicht aufs Wort gehorchten (o. den Gehorsam verweigerten) und nicht marschierten, (so) werde er dadurch nicht bewegt (beunruhigt): er wisse nämlich, dass denjenigen, welchen auch immer das Heer den Gehorsam verweigert habe, entweder das Glück gefehlt habe oder Geiz nachgewiesen worden sei; seine Uneigennützigkeit sei in seinem ganzen Leben, sein Glück im Krieg mit den Helvetiern deutlich bemerkt worden.
consilium, i n.: "Versammlung"; im Normalfall nahmen an den Stabsbesprechungen nur die höheren Offiziere teil. - omnium ordinum: Gen.attribut zu centurionibus; ordo, inis m.: h. "Rang Dienstgrad" - incusare aliquem: "jdm. Vorwürfe machen" - ipsius: gemeint ist Caesar. - periculum alicuius facere: "einen Versuch mit jdm. machen, sich mit jdm. messen"; factum: erg. "esse" - Cimbris et Teutonis ... pulsis: der Konsul C.Ma-rius schlug die Teutonen 102 v.Chr. (bei Aquae Sextiae), die Kimbern 101 v.Chr. (bei Ver-cellae) vernichtend. - servili tumultu: "bei dem Aufstand der Sklaven"; gemeint ist der Sklavenaufstand unter Spartakus 73-71 v.Chr., an dem zahlreiche (kriegsgefangene) Germa-nen beteiligt waren. - quos: das Beziehungswort ergibt sich aus dem Adj. servili. - ali-quid: h. "einigermaßen" - usus, us m.: "(Kriegs)erfahrung" - inermis, e: "unbewaffnet" - victor, is: "siegreich"; die germanischen Sklaven hatten vor der entgültigen Niederschla-gung des Aufstandes einige Teilsiege errungen. - timorem conferre in aliquem: "die Angst auf etwas schieben" - subvectio, onis f.: "die (angeblich gefährdete) Zufuhr" - arrogan-ter Adv.: "anmaßend" .- officium i n.: "Pflichtgefühl" - subministrare: "liefern" - nihil: h. "überhaupt nicht" - quibuscumque: erg. davor "eis" - convincere (convinco, convici, con-victum): "nachweisen" - innocentia, ae f.: h. "Uneigennützigkeit" - perpetuus, a, um: h. "ganz" - Helvetiorum: Gen.obiectivus zu bello.

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